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Mapuche gegen Araucanía-Gesetz

Mapuche-Gemeinden in Chile wehren sich gegen ein Gesetzesvorhaben der Regierung von Präsident Sebastián Piñera. Wie der Radiosender Bio Bio Chile berichtet hätten zwei Mapuche-Vertreter der Gemeinden von Ercilla und Vilcún am Montag, den 28.10, beim Berufungsgericht in der Provinzhauptstadt Temuco formal Einspruch eingereicht. 700.000 von insgesamt 16 Millionen Chilenen leben in über 3.000 Gemeinden, die meisten von ihnen in Armut.

Mit dem nach dem Mapuche-Siedlungsgebiet benannten Araucanía-Gesetz soll die Möglichkeit eröffnet werden, indigenen Landbesitz durch Kauf erwerben zu können. Die traditionelle Lonco-Autorität Víctor Queipul Huaiquil und Gemeindeführer José Tralcal Coche legten ihren Widerspruch ein mit der Begründung, dass nicht-autorisierte Mapuche, Unternehmer und Journalisten für das umstrittene Gesetz grünes Licht gegeben hätten, zitiert Bio Bio Chile die Indigenen.

Diese Mitglieder der ENAMA-Vereinigung würden jedoch nur „persönliche Interessen“ vertreten und seien „keine Vertretung“ der Mapuche. Bereits eine erste Klage gegen das Gesetz vom 17. Oktober, eingereicht vom „Pakt für die Selbstbestimmung der Mapuche“ (ENAMA), war vom Gericht in Temuco zurückgewiesen worden. Derweil kündigte Präsidentschaftskandidatin Michelle Bachelet einen "neuen Umgang" mit der Minderheit an. Dabei bezog sie sich auf die bis heute gegen die Mapuche-Aktivisten angewendete Anti-Terror-Gesetzgebung aus Zeiten der Militärdiktatur. (bb)