Argentinien |

Mapuche besetzen Indigenen-Behörde

In Argentinien halten Angehörige einer Mapuche-Gemeinde seit mehr als einer Woche das Büro der „Nationalen Behörde für Indigene Angelegenheiten“ (INAI) besetzt, so lokale Medien zu Wochenbeginn. Die rund 14 Mapuche der Gemeinde Tuwun Kupalmeo Maliqueo im Distrikt Zapala in der argentinischen Prozinv Neuquén im Norden Patagoniens fordern mit der Protestaktion die formale Anerkennung als juristische Person, was unter anderem eine Entschädigung für Enteignung von Land ermöglicht.

Laut Informationen der Männer, Frauen, Alten und zwei Kleinkinder sei der Antrag auf Anerkennung vor mehr als sechs Jahren gestellt worden. Bis zum heutigen Tage habe INAI, eine Unterabteilung des Ministeriums für soziale Entwicklung, jedoch nicht reagiert. Die 1985 ins Leben gerufene Institution soll laut Selbstbeschreibung „den Ureinwohnern und indigenen Gemeinden im Land Hilfe und Unterstützung und ihre Verteidigung sicherstellen“.

Um auf ihre Forderung aufmerksam zu machen, haben sich die Mapuche angekettet und sind in einen Hungerstreik getreten. Solidarität erfahren die Demonstranten aus Chile.

Millaray Painemal, Mapuche-Vertreterin in der „Nationalen Vereinigungländlicher und indigener Frauen“ (ANAMURI), verlangte eine „schnelle Lösung der legitimen Forderung“. Der Aymara-Vertreter Arial León und Präsident der Aymara-Vereinigung "Marka Aru“ erklärte: „Die andinen Organisationen aus Chile unterstützen euch.“

Derweil berichteten Medien von einer möglichen Räumung der INAI-Büros. Zudem sei dem Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel, dem Methodistenbischof Aldo Etchegoyen und Menschenrechtsaktivistinnen von den „Madres de la Plaza de Mayo“ der Kontakt mit den Protestierenden verwehrt worden. (bb)