Chile |

Mapuche beginnen Hungerstreik in UNICEF-Büro

Die Mapuche-Frauen, die seit 30 Tagen den Sitz des UN-Kinderhilfswerks UNICEF in Santiago besetzt halten haben gestern bekannt gegeben, einen Hungerstreik zu beginnen. Ziel dieses Schrittes sei es, auf die Kriminalisierung der Forderungen der Mapuche aufmerksam zu machen.

Zugleich sei der Hungerstreik ein Ausdruck der Kritik für die fehlende Unterstützung von UNICEF im Kampf um die Rechte von Mapuche-Kindern, erklärte Mawlén Huenchu gegenüber Pressevertretern. Die Vertreterin des der Organisation Territoriale Allianz der Mapuche (ATM) erklärte zudem, man werde den Protest, der bisher friedlich verlief, radikalisieren. Nach Ansicht von Huenchu verhalte sich das UN-Organ "zu passiv". Zugleich kritisierten die Frauen nach Angaben der chilenischen Zeitung „El Ciudadano“ den fehlenden Willen des Staates zum Dialog sowie die gewaltsame Reaktion auf Landbesetzungen, eine Aktionsform, mit denen die Mapuche, Ländereien, die sie als ihr angestammtes Territorium ansehen, zurückfordern.

Besetzung aus Protest gegen Polizeigewalt

Die Frauen der Organisation ATM hatten das UNICEF-Gebäude am 26. Juli besetzt. Sie protestierten damit gegen das gewaltsame Vorgehen von Polizisten gegen Mapuche-Kinder bei einer Räumungsaktion der Polizei in der Mapuche-Gemeinde Temucuicui (Region Araucanía). Dabei waren fünf Minderjährige durch Gummigeschosse verletzt worden. Die UNO verurteilte in einer Stellungnahme, dass sie die Besetzung als Druckmittel nicht gut heißen könne, versicherte jedoch, sie würde keine Maßnahmen unternehmen, um die Räume der UNICEF zu räumen. Man verurteile jedoch auch „jegliche Gewaltaktionen, die die physische oder psychische Gleichgewicht von Kindern und Jugendlichen gefährden oder bedrohen“, so die UNESCO. Zudem erklärte die UN-Organisation, die später von staatlichen Stellen verbreitete Behauptung, Mapuche würden ihre Kinder als menschliche Schutzschilde verwenden, teile man nicht.

Mitglieder der Mapuche-Pastoral der katholischen Kirche hatten daraufhin in einer Erklärung zu einem „Friedens-Gipfel“ aufgerufen und eine Anerkennung indigener Gebiete gefordert. (bh)