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Männer bleiben bei der Buchmesse unter sich

(Symbolfoto: jartsf)

Bei der Eröffnungsfeier der wichtigsten Buchmesse in Peru in Lima hat es einen "Macho"-Skandal gegeben. Nachdem am vergangenen Donnerstagabend, dem 18. Juli 2019, keine einzige Frau zu den geladenen Persönlichkeiten des Eröffnungskomitees der 24. Internationalen Buchmesse von Lima (FIL LIMA) gehörte, kam es zu lautstarken Protesten und zu einer Diskussion über die anhaltende Geschlechterungerechtigkeit und Eliten-Machtmissbrauch in Peru, so lokale Medien.

In den sozialen Netzwerken hatte zunächst das Foto von der Eröffnungsfeier die Runde gemacht. Tatsächlich waren unter den Messe-Ehrengästen auf dem Podium, ironischerweise unter einem riesigen Porträt-Bild der afro-peruanischen Künstlerin Victoria Santa Cruz, ausschließlich Männer zu sehen: Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa, Kultusminister Luis Jaime Castillo, der Chef des Cervantes-Institut, Limas Bürgermeister, der Präsident der peruanischen Bücherkammer und andere männliche Kunst- und Literaturvertreter. In einem Schreiben bedauere die FIL-Leitung den "entstandenen Unmut", man sei sich der Geschlechterfrage bei der Eröffnungsfeier "nicht bewusst gewesen".

Eine der wichtigsten peruanischen Autorinnen, Victoria Guerrero, sagte ihre angekündigte Buchvorstellung sowie ihre Teilnahme an allen Veranstaltungen aus Protest ab, berichtete die Tageszeitung "El País. Das Männer-Foto sei "erniedrigend und beleidigend" gewesen für Frauen, aber auch für Teile der Bevölkerung mit "diversen Identitäten". Die Herren stünden für einen "Machttypen der Vergangenheit", die Verantwortung für heutige Missstände wie "Armut und Misere" hätten. Die in Peru schreibende Französin Christiane Fèlip-Vidal stellte fest, "die Dinge haben sich nicht geändert", bis in höchste Literaturkreise herrsche weiter ein "vergrabener Machismus und Konservativismus“ vor. (bb)

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