Brasilien |

Luxus-Hotel muss Indigene entschädigen

Brasiliens Oberstes Arbeitsgericht hat eine Beschwerde des Luxus-Hotels Ariaú Amazon Towers zurückgewiesen, das sich 60 Kilometer entfernt von Manaus, der Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas, befindet. Dabei ging es um die Anfechtung einer gegen das Hotel verhängten moralischen Entschädigungszahlung von umgerechnet gut 60.000 Euro, da den Indigenen vom Volk der Tariano für Aufführungen von Ritualen vor Hotelgästen pauschal pro Auftritt 40 Euro gezahlt worden waren. Das Gerichtsurteil erkennt die Indigenen als Angestellte des Hotels an. Der Fall grenze an Sklavenarbeit.

Essensreste der Gäste und sexuelle Belästigung

Die Gruppe von 34 Indigenen – Erwachsene, Jugendliche und Kinder – erlitt weitere Erniedrigungen. Die Verpflegung bestand aus Essensresten, die häufig verfault waren und bei den Kindern Erkrankungen auslösten. Nach Aussage der Indigenen kam es immer wieder vor, dass Hotelgäste die Brüste der Frauen zu berühren versuchten. Den Indigenen war es außerdem untersagt, mit den Hotelgästen Portugiesisch zu reden, sie durften sich außerhalb der Aufführungen nicht innerhalb des Hotels bewegen.

Das Luxus-Hotel Ariaú Amazon Towers preist auf seiner Website den nachhaltigen Tourismus und möchte seinen Gästen das Amazonasgebiet nahe bringen. (bs)

Quelle: www.brasil.agenciapulsar.org/nota.php