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Lula schließt erneute Präsidentschaft nicht aus

Der ehemalige brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat in seinem ersten ausführlichen Fernsehinterview seit seiner Genesung angekündigt, dass er eine erneute Kandidatur um das Präsidentenamt in Brasilien nicht ausschließt. Er werde sich erneut zur Wahl stellen, sollte die derzeitige Regierungschefin Dilma Rousseff beschließen, dass sie nicht zum zweiten Mal kandidieren möchte. “Die einzige Möglichkeit, dass ich noch mal kandidiere ist, wenn sie nicht will. Ich werde nicht zulassen, dass wieder ein Tucano regiert", sagte der Politiker mit Bezug auf die Oppositionspartei der Sozialdemokraten (PSDB).

Da Silva, von allen nur Lula genannt, machte aber auch deutlich, dass Dima Rousseff am Ende ihrer Amtszeit 2014 auf seine volle Unterstützung zählen könne. Er gehe davon aus, dass sie die zweite Kandidatur anstrebe und am Ende ihrer ersten Legislaturperiode als Staatsoberhaupt auch sehr stark sein werde.

Lula war zwischen 2003 und 2010 Präsident Brasiliens und konnte sich vor zwei Jahren nicht erneut zur Wahl stellen. Die brasilianische Verfassung untersagt mehr als zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten. Bereits 2010 hatte der 67-Jährige die Kandidatur von Dilma Rousseff maßgeblich unterstützt. Das ehemalige Staatsoberhaupt erkrankte im vergangen Jahr an Kehlkopfkrebs, von dem er allerdings kürzlich als genesen erklärt wurde. Er gilt als der Präsident des südamerikanischen Landes, der vielen Brasilianern aus der Armut geholfen hat. Für seine Sozialpolitik und den Kampf gegen die Armt wurde er mehrmals mit Preisen ausgezeichnet. (aj)