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Lopez Obrador will umstrittene Bildungsreform aufheben

Kinder lernen für die Schule. (Foto: Hoch/Adveniat)
Kinder lernen für die Schule. (Foto: Hoch/Adveniat)

Der Amtsantritt des neu gewählten mexikanischen Präsidenten Lopez Obrador am 01. Dezember diesen Jahres wird voraussichtlich das Ende der umstrittenen Bildungsreform sein, die Enrique Peña Nieto eingeführt hatte. Dies kündigte Obrador nach dem dritten Treffen zur Übergabe der Regierungsgeschäfte mit Peña Nieto an. „Ich möchte klar stellen, dass die aktuelle Bildungsreform aufgehoben und durch eine andere ersetzt wird, die die Sichtweisen von Eltern und Lehrern berücksichtigt“, sagte der Vorsitzende der Morena-Partei am Montag, 20. August 2018.

Triumph für Kritiker der Reform

Es war zu erwarten, dass Lopez Obrador in der Bildungspolitik eine andere Richtung einschlagen würde als sein Vorgänger. Er war schon bei der Verabschiedung des Gesetzespakets im Jahr 2013 einer der größten Gegner. Die Reform hat darüber hinaus in den vergangenen Jahren immer wieder für tagelange Streiks, Proteste und auch gewaltsame Ausschreitungen gesorgt. Die Veränderungen brachten unter anderem die regelmäßige Überprüfung der Lehrkräfte anhand von standardisierten Tests mit sich. Werden diese nicht bestanden, so droht den Lehrern der Jobverlust. Viele Betroffene und auch ein Flügel der Lehrergewerkschaft lehnte sich massiv dagegen auf und kritisierte, dass dies die real vorhandenen Unterschiede in verschiedenen Teilen des Landes nicht einbeziehe.

Die zahlreichen Demonstration und Streiks im ganzen Land wurden vielfach gewaltsam unterbunden. Einen traurigen Höhepunkt erreichten die Proteste vor rund zwei Jahren. Damals kamen bei der Auflösung eines Protest durch die Polizei im südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca sieben Menschen ums Leben und die staatliche Polizei geriet auch international in die Kritik. Lopez Obrador bemühte sich trotz seiner allseits bekannten Position zu dieser Thematik um eine diplomatische Ausdrucksweise gegenüber Enrique Peña Nieto. „Es gibt keinen Streit, es gibt nur zwei sehr unterschiedliche Standpunkte. Beide Regierungen wollen, dass junge Menschen eine gute Ausbildung erhalten. Wir respektieren, dass es unterschiedliche Versionen gibt“, sagte Lopez Obrador gegenüber der Presse. (aj)