Argentinien |

LKW-Fahrer streiken gegen Steuer

In der Nacht zum Mittwoch, 10. Juli, ist in Argentinien ein 48-Stunden-Streik der Gewerkschaft der LKW-Fahrer zu Ende gegangen. Mit dem landesweiten Ausstand protestierten die Fahrer für mehr Lohn und gegen eine Steuer auf Einkommen. „Die Menschen müssen verstehen, dass der Streik gegen die Präsidentin ist, nicht gegen die Arbeiter“, bat LKW-Gewerkschaftschef Hugo Moyano in einem Interview mit dem Radiosender Mitre um Verständnis für mögliche Unannehmlichkeiten.

Eine von der Regierung eingeführte Steuer auf Einkommen sei „ungerecht“, so Moyano, der auch Vorsitzender des „oppositionellen“ Teils des Gewerkschaftsdachverband CGT ist. War Moyano bis 2011 noch Befürworter der aktuellen Kirchner-Regierung kam es zum Bruch, nachdem zu wenige CGT-Funktionäre Ministerposten in der Staatsadministration erhielten. Seitdem ist der Gewerkschaftsdachverband mit seinen drei Millionen Mitgliedern in mehrere Fraktionen zersplittert, wobei Moyano den Rückhalt der einflussreichsten Gewerkschaftsverbände, wie den der Stahlarbeiter, verloren hat. Geringverdiener würden „einen Teil ihres Lohnes verlieren“, rechtfertigte Moyano die Arbeitsniederlegung.

In der Hauptstadt Buenos Aires sammelte sich auf den Straßen Müll und Unrat. Auch die Versorgung von Tankstellen mit Benzin, die Verteilung von Zeitungen und Post, der Transport von Lebensmitteln und die Auffüllung von Geldautomaten wurde beeinträchtigt, berichtete am Dienstag, 9. Juli, die staatliche Nachrichtenagentur TELAM. Die Regierung kritisierte den LKW-Streik als politisch motiviert. Der Regierungsabgeordnete Fernando Navarro nannte den „absoluten Wandel“ von Moyano in der Tageszeitung Página 12 als „schwer erklärbar“. Dessen neues Bündnis mit dem konservativen Politiker und Geschäftsmann Francisco de Narváez würde ein Großteil der Gewerkschafter „niemals verzeihen“, so Navarro. (bb)