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Literaturnobelpreis für Llosa

Der Nobelpreis für Literatur geht 2010 an den peruanischen Schriftsteller Mario Vargas Llosa. Das gab die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm am Donnerstag bekannt. Die Akademie-Jury würdigte die »Kartographie von Machtstrukturen und seine messerscharf gezeichneten Bilder individuellen Widerstands«, die der 74jährige Peruaner in Werken wie seinem ersten Roman »Die Stadt und die Hunde« (1963) entwerfe.

Der am 28. März 1936 im peruanischen Arequipa geborene Llosa gehörte seit Jahren zu den Top-Favoriten des Nobelpreises für Literatur. Zu seinen bekanntesten Werken zählen »Tante Julia und der Kunstschreiber«, »Lob der Stiefmutter« und »Das Fest des Ziegenbocks«. Zuletzt war sein Roman »Das böse Mädchen« (2006) erschienen.

Neben der Schriftstellerei widmet sich Llosa dem politischen Geschäft. In einem Interview bezeichnete er sich als »Liberaler« und »Verfechter der Marktwirtschaft«.1990 hatte er sich vergebens um das peruanische Präsidentenamt beworben, als er gegen den späteren Sieger Albero Fujimori im zweiten Wahlgang verlor. Llosa lebt mit seiner Frau in Paris, London, Madrid und Lima.

Verliehen wird die Auszeichnung in Stockholm am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters und Erfinder des Dynamits Alfred Nobel. Sie ist dotiert mit zehn Millionen Kronen (1,09 Millionen Euro). Der letzte Träger des Literaturnobelpreises aus Lateinamerika war Gabriel García Márquez im Jahr 1982. (bb)