El Salvador |

Lehrstuhl zu Ehren Oscar Romeros geplant

Die Verehrung Oscar Romeros in El Salvador ist grenzenlos. Überall im Land finden sich Bilder und Gemälde, die an ihn erinnern. Foto: Adveniat/Steffen.
Die Verehrung Oscar Romeros in El Salvador ist grenzenlos. Überall im Land finden sich Bilder und Gemälde, die an ihn erinnern. Foto: Adveniat/Steffen.

Dem 1980 erschossenen Erzbischof Oscar Romero soll in San Salvador ein Lehrstuhl gewidmet werden. Die Regierung El Salvadors und die katholische Kirche wollen das Projekt gemeinsam auf den Weg bringen, wie die salvadorianische Zeitung "La Prensa Grafica" in ihrer Onlineausgabe am Dienstag, 12. Mai 2015 (Ortszeit), unter Berufung auf einen Regierungssprecher berichtet. Der Lehrstuhl solle sich mit "dem Leben und Denken" Romeros befassen. Dies könne helfen zu verstehen, dass die hohe Gewaltrate in dem lateinamerikanischen Land "tiefe Wurzeln" habe, zitiert das Blatt den Sprecher.

Papst Franziskus hatte den früheren Erzbischof von San Salvador vor einigen Monaten zum Märtyrer erklärt. Am 23. Mai wird er in San Salvador seliggesprochen.

Romero war am 24. März 1980 während eines Gottesdienstes in San Salvador von Unbekannten erschossen worden. Die Hintergründe sind bis heute nicht vollständig geklärt; die Drahtzieher des Attentats werden jedoch in der Armee vermutet. Romero hatte durch seinen unermüdlichen Einsatz für die Rechte der Armen und Unterdrückten den Hass reaktionärer Kreise auf sich gezogen.

Auf Diözesanebene wurde 1990 ein Seligsprechungsverfahren für Romero eröffnet; nach dessen Abschluss wurde es zunächst im Vatikan weitergeführt, geriet dann aber ins Hintertreffen. Kritiker vermuteten dahinter vatikanische Vorbehalte gegen die in Lateinamerika beheimatete Theologie der Befreiung. Papst Franziskus gab dem Prozess kurz nach seiner Wahl im März 2013 einen neuen Anschub.

Quelle: KNA