Argentinien |

Lehrerstreik: Sieben Millionen Kinder ohne Unterricht

Tausende Lehrer haben am Montag, 25. Februar, zu Beginn des neuen Schuljahres in ganz Argentinien gestreikt, und so musste der Unterricht für sieben Millionen Kinder in dem südamerikanischen Land ausfallen. Der Streik wurde den fünf größten Lehrergewerkschaften des Landes organisiert, nachdem die Verhandlungen mit der Regierung über eine Lohnerhöhung scheiterten. Die Regierung bot den Lehrern eine Lohnerhöhung von 22 Prozent an, die Gewerkschaften hatten 30 Prozent gefordert. Die Lehrerverbände lehnten das Regierungs-Angebot strikt ab. Neben der besseren Bezahlung setzen die Verbände sich weiterhin für eine Erhöhung der nationalen Bildungsausgaben von 6,47 auf 8 Prozent und eine generell bessere Bildungsinfrastruktur ein.

Nach Angaben des Generalsekretärs der Union für Dozenten, Dergio Romeo, wurde der Streik in 19 von 24 Bundesländern komplett eingehalten. In den verbleibenden fünf legten die Lehrer ihre Arbeit teilweise nieder. In dem Großteil der Provinzen blieben die Schulen für 24 Stunden geschlossen. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Buenos Aires kündigten die Organisatoren jedoch an, den Streik bis Donnerstag aufrecht erhalten zu wollen.

Die Regierung von Präsidentin Christina Kirchner sieht sich nicht nur mit den Lohnforderungen von Lehrern konfrontiert. Im März beginnen die Tarifverhandlungen mit anderen Gewerkschaften des Landes und auch diese werden nach Meinung internationaler Experten nicht ruhig verlaufen. Bereits Ende vergangenen Jahres organisierte die größte Arbeitergewerkschaft CGT zwei Massendemonstrationen in der Hauptstadt Buenos Aires. Die hohe Inflation in Argentinien, die auf zwischen 25 und 30 Prozent geschätzt wird, heizt die Diskussion um eine bessere Bezahlung zusätzlich an. (aj)