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Legendäres Maracanã-Stadion soll privatisiert werden

Wird eines der berühmtesten Fußballstadien der Welt sich bald in Privatbesitz befinden? Das Maracanã-Stadion (Estádio do Maracanã), im gleichnamigen Stadtteil Rio de Janeiros gelegen, weckt auf jeden Fall Begierden. Bei einer öffentlichen Anhörung hätte es am 13. September eigentlich um dieses umstrittene Thema gehen sollen. Das Treffen wurde allerdings kurzfristig und ohne Angabe von Gründen abgesagt.

Kommunalwahl in Rio am 7. Oktober

Am gleichen Tag demonstrierten Mitglieder der Kampagne “Das Maracanã gehört uns” (“O Maraca é nosso”), um ihre Ablehnung einer möglichen Privatisierung zum Ausdruck zu bringen. Sie zogen vor das Parlamentsgebäude des Bundesstaates Rio de Janeiro, wo die Anhörung hätte stattfinden sollen. Diese war auf ihren Druck hin angesetzt worden. Die Gegner befürchten, dass die Politik die Kommunalwahl in Rio am 7. Oktober abwarten will, um danach die Privatisierung durchzuziehen. Im Oktober muss diese ausgeschrieben werden.

Shoppen im Stadion

Das 1950 eingeweihte Maracanã-Stadion muss im Zusammenhang mit der Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien mehreren Anforderungen des Weltfußballverbandes FIFA (Fédération Internationale de Football Association) gerecht werden. Derzeit entsteht eine Multifunktionsarena, unter anderem mit Restaurants, Geschäften und einem Museum. Das Stadion soll bereits im Februar 2013 wieder eröffnet werden, dann bereits unter privater Kontrolle. Für Fußball-Fans stellt das Ganze eine Entweihung im Zeichen des Kommerzes dar. Sie kämpfen für den Erhalt von Stehplätzen, um auch weniger Betuchten künftig den Besuch von Fußballspielen zu ermöglichen. Ganz abgesehen vom atmosphärischen Aspekt.

Zwei Fußballvereine als Kaufinteressenten

Es gibt mehrere Interessenten für einen Kauf. Neben dem deutschstämmigen Unternehmer Eike Batista sind das auch Rios Fußballvereine Flamengo und Fluminense. Die Umbauarbeiten an Maracanã sollen zu etwa zwei Dritteln bereits abgeschlossen sein. Sie haben bis jetzt 869 Millionen Reais (knapp 330 Millionen Euro) verschlungen.

Quelle: poonal/adital