|

Lebensmittelpreise um 26 Prozent gestiegen

In Lateinamerika wurde zwischen August 2010 und August 2011 nach Angaben der UN-Welternährungsorganisation (FAO) ein Anstieg der Lebensmittelpreise von 26 Prozent verzeichnet. Auch die weltweiten Preise für Nahrungsmittel seien in den vergangen Jahren deutlich gestiegen und die Organisation erwartet eine Fortsetzung dieses Trends in der Zukunft. Dies geht aus dem Bericht „The State of Food Insecurity in the World“ hervor, den die FAO gemeinsam mit dem World Food Programme (WFP) und dem Internationalen Fond für Landwirtschaft (IFAD) jüngst veröffentlicht hat. Die negativen Auswirkungen dieser Entwicklung seinen vor allem in den Ländern Subsahara Afrikas zu spüren. In Lateinamerika habe es besonders hohe Preisanstiege bei Fleisch und Gemüse in Ecuador und Venezuela gegeben. In Chile, Mexiko und Paraguay seien die Preise doppelt so schnell angestiegen wie im lateinamerikanischen Durchschnitt.

Von den ansteigenden Preisen für Lebensmittel seien vor allem die Ärmsten der Bevölkerung betroffen, die einen Großteil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben müssen, heißt es in dem Bericht. Die Nahrungsmittelunsicherheit und damit Unterernährung steige außerdem in Ländern, die die Mehrheit ihrer Lebensmittel importieren müssen. Die Zahl der Unterernährten in Lateinamerika und der Karibik konnte aber in der Vergangenheit kontinuierlich gesunken werden und liegt heute bei acht Prozent der Gesamtbevölkerung. Damit sei die Region auf dem besten Weg das Millenniums Ziel (MDG) Nummer 1- die Zahl der Hungernden bis 2015 um 50 Prozent zu reduzieren- zu erreichen.

Besorgniserregend stelle sich die Situation der FAO zufolge allerdings in Bolivien und Guatemala dar. In beiden Ländern ist entgegen des allgemeinen Trends ein Anstieg der Zahl von Menschen zu verzeichnen, die unterernährt sind. In Bolivien leiden nach wie vor 2,5 Millionen Menschen an Unterernährung und der Anteil der betroffenen Bevölkerung ist zwischen 2002 und 2008 um fünf Prozent gestiegen. In Guatemala ist die Situation seit zehn Jahren nahezu unverändert. In dem mittelamerikanischen Land sind 22 Prozent der Menschen nicht ausreichend mit Lebensmitteln versorgt. Damit ist Guatemala das einzige Land der Region, das das MDG 1 nicht zu erreichen droht. (aj)

FAO-Bericht: “The State of Food Insecurity” in the World (Englisch):

http://www.fao.org/docrep/014/i2330e/i2330e.pdf