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Lateinamerikas Bischöfe offen für Debatte um Drogenfreigabe

Die katholische Kirche in Lateinamerika zeigt sich offen für eine ethische Diskussion über eine Freigabe von Drogen. „Wir sind dabei, in jedem einzelnen Land die Möglichkeit einer Entkriminalisierung von Drogen zu prüfen“, sagte der Vizepräsident des Lateinamerikanischen Bischofsrates (CELAM), Erzbischof Ruben Salazar, am Donnerstag (Ortszeit) der Katholischen Nachrichten- Agentur (KNA) in Bogota. Nationale Alleingänge könnten in diesem Punkt keine Lösung sein. Die Debatte war zuletzt von diversen lateinamerikanischen Politikern neu entfacht worden. Die Frage einer Entkriminalisierung von Drogen sei sehr mühsam, weil man nicht nur die ethischen Aspekte, sondern auch alle Auswirkungen auf internationalem Feld abwägen müsse, betonte der Erzbischof von Bogota am Rande der Eröffnung des neuen KNA-Korrespondentenbüros Lateinamerika. Die Kirche sei aber immer bereit, aus einem ethischen Blickwinkel ihren Beitrag zur Debatte und zu zweckmäßigen Entscheidungen zu leisten, so Salazar, der auch Vorsitzender der Kolumbianischen Bischofskonferenz ist.

Vor wenigen Wochen hatten Kolumbiens Staatspräsident Juan Manuel Santos und sein Amtskollege Otto Perez Molina aus Guatemala die Frage einer Legalisierung von Drogen neu aufgeworfen. Sie forderten, neue Strategien gegen Gewalt und Korruption zu diskutieren. Im Lateinamerikanischen Bischofsrat CELAM sind alle katholischen Bischöfe Lateinamerikas und der Karibik vertreten. Sitz des Generalsekretariats ist die kolumbianische Hauptstadt Bogota. CELAM-Präsident ist seit 2011 der Erzbischof von Tlalnepantla, Carlos Aguiar Retes aus Mexiko.

Quelle: KNA