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Las Casas-Preis für Bartomeu Melià

Spaniens Kronprinz Felipe hat den Jesuiten-Priester Bartomeu Melià in Madrid mit dem Premio Bartolomé de Las Casas ausgezeichnet, benannt nach dem Dominikanermönch, der sich im 16. Jahrhundert für die Rechte der Indigenen in den spanischen Kolonien in Amerika einsetzte. Bei der Zeremonie im Zarzuela-Palast in der spanischen Hauptstadt wurde das Engagement Meliàs zugunsten der indigenen Völker Brasiliens und Paraguays gewürdigt, vor allem der Guaraní. Der sichtlich gerührte Preisträger sprach seine Dankesworte auf Guaraní und auf Spanisch.

Gegner der Stroessner-Diktatur

1932 auf Mallorca geboren, arbeitet der Linguist und Anthropologe seit über 50 Jahren mit Unterbrechungen in Paraguay, dessen Staatsangehörigkeit er ebenso besitzt wie die spanische. Im Jahr 2008 wirkte er an führender Stelle an der Erstellung einer Guaraní-Karte mit, welche die über 500 Gemeinden der Indigenen in Paraguay, Brasilien und Argentinien erfasste. Melià machte sich auch für das Volk der Aché stark, das während der Diktatur von Alfredo Stroessner (1954 - 1989) Opfer zahlreicher Menschenrechtsverletzungen wurde. 1976 musste er Paraguay verlassen und ging nach Brasilien.

Indigenen-Kinder als Sklaven verkauft

Der Jesuit berichtete, wie er mit eigenen Augen sah, wie Mütter aus ihren Dörfern vertrieben wurden und ihre Kinder zurücklassen mussten, die später als Sklaven verkauft wurden. Die lateinamerikanischen Regierungen müssten heute dafür sorgen, dass die Indigenen das angestammte Land ihrer Völker zurückerhielten.

Der Premio Bartolomé de Las Casas ist mit 50.000 Euro dotiert und wird seit 1991 verliehen, in Anerkennung von Verdiensten um das Verständnis indigener Völker, den Schutz ihrer Rechte und den Respekt gegenüber ihren Werten. (bs)