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Landpastorale meldet Mord an 13 Arbeitern

Dreizehn Landarbeiter sind Opfer gewaltsamer Auseinandersetzungen um wertvolle Edelhölzer in der Amazonasregion geworden. Nach einer Meldung der Landpastorale der katholischen Kirche wurden die Männer zwischen dem 17. und 19. September in einem Konflikt mit Holzhändlern getötet. Das Verbrechen soll sich in der Nähe der Stadt Pacaja im Bundesstaat Para ereignet haben. Die Polizei hat bisher lediglich den Tod von drei Landarbeitern bestätigt.

Die Landarbeiter gehören zu den etwa 750 Familien die vor fünf Jahren von der Agrarreformbehörde INCRA in der gut 600 Kilometer von der Landeshauptstadt Belem entfernt gelegenen Region angesiedelt wurden. Seit der Gründung der Siedlung leben die Siedler in Konflikt mit illegalen Holzhändlern, die immer wieder auf das Siedlungsgebiet vordringen, um wertvolle Edelhölzer zu schlagen. Angeblich sollen Lokalpolitiker mit den Holzhändlern zusammenarbeiten und bei den Invasionen auf das Gebiet der Siedler beteiligt gewesen sein. In den letzten Monaten hatten sich die Beschwerden der Siedler über Übergriffe der Holzhändler gehäuft, was zu der jetzt erfolgten Eskalation geführt haben soll.

Die Siedlung war 2005 von INCRA gegründet worden. Nach Angaben der Lokalpresse hatten Holzhändler bereits davor versucht, Holz aus dem Gebiet abzutransportieren. Im Mai 2007 hatten Holzhändler mehrere Dutzend Familien mit Waffengewalt aus der Region vertrieben. Das Siedlungsgebiet liegt am Rande eines Naturschutzgebietes, in dem der Holzschlag untersagt ist. Mitte des Jahres hatte die Polizei dort 1,400 Kubikmeter illegal geschlagenes Holz sichergestellt. (tm)