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Landminen an der Grenze zu Peru

Der Grenzübergang zwischen Chile und Peru bleibt für mindestens 72 weitere Stunden geschlossen. Der Grund dafür sind mehrere Landminen, die am Montag durch ungewöhnlich starke Regenfälle an die Erdoberfläche und anschließend auf die internationale Straße geschwemmt worden sind. Nach dem Fund beschlossen Polizei und Militär in Absprache mit der Regierung die Grenze vorerst zu schließen.“ Wir untersuchen alle Bereiche, die überschwemmt worden sind sowie die Nationalstraße selbst“, erläuterte der geschäftsführende Sekretär der Nationalen Kommission für Minenräumung der Armee Juan Mendoza.

Ursprünglich war geplant, den Grenzübergang am Dienstag wieder zu öffnen, das Sicherheitsrisiko sei aber nach wie vor zu hoch, gab der Verteidigungsminister Andres Allemand bekannt, der umgehend in die Region reiste. Um auch die örtlichen Fischerboote vor Unfällen zu bewahren, wurde die Sperrzone auf zwei Meilen vor der chilenischen Küste ausgeweitet. Die Behörden haben bisher keine Angaben zu der Menge der entdeckten Minen gemacht. Lokale Medien berichten von 150 Stück, die gefunden worden sind. Einige der Sprengsätze wurden von Spezialisten entschärft. In den Grenzstädten Arica und Tacna warten mehrere hundert Chilenen und Peruaner auf die Wiedereröffnung der Grenze.

Ein Erbe der Pinochet-Diktatur

Die entdeckten Landminen stammen noch aus der Herrschaftszeit von Agosto Pinochet. Die Armee des Machthabers versah zwischen 1974 und 1978 die Grenzen zu Argentinien, Bolivien und Peru mit Minenfeldern. Experten gehen davon aus, dass zu jenem Zeitpunkt knapp 300 Minenfelder entstanden sind - das entspricht schätzungsweise 450.000 Minen. Seit 2004 hat die chilenische Regierung vermehrt Anstrengungen unternommen, die Minenfelder zu räumen. Bisher konnten knapp 80 Prozent der Landminen entfernt werden. Die restlichen 20 Prozent befinden sich hauptsächlich in schwer erreichbaren Regionen. (aj)