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Landlosenbewegung medial diffamiert

Zu diesem Ergebnis kommt das brasilianische Medienkollektiv "Intervozes" in einer Untersuchung, die am 24. August in der „Tienda Cultural del Campamento Nacional de Vía Campesina“ veröffentlicht wurde. Insgesamt wurden 301 Reportagen untersucht, die zwischen dem 10. Februar und dem 17. Juli 2010 veröffentlicht worden sind. In diesen Zeitraum fallen auch die Untersuchungen einer parlamentarischen Kommission zur Landlosenbewegung MST.

"Fast pamphlethafte Negativberichterstattung“ attestiert die Forscherin Mónica Mourão von "Intervozes" den Reportagen in den Tageszeitungen „Folha de São Paulo“, „O Estado de S. Paulo“ und „O Globo“ sowie in den Zeitschriften „Veja“ und „Época y Carta Capital“. Auch in den Nachrichtensendungen "Jornal Nacional“, „de la Red Globo“, „Jornal de la Record und „de la Red Record“ sei dies der Fall.

Keine ausgewogene Berichterstattung

Meistens sei die MST inur m Zusammenhang mit den Wahlen genannt worden (97 Prozent) und „nicht als sozialer Akteur, der die Agrarpolitik diskutiert", sondern die "Kandidaten wurden als schlecht dargestellt", so Mourão.

Auch die Wortwahl der Berichterstattung sei sehr abschätzig: "Es werden vor allem Begriffe wie „Brutalität“, „wildes Geschrei“ und „Vandalismus" verwendet, wenn die MST und ihre Aktionen beschrieben werden", erklärt Mourão weiter. Wenn Gewalt thematisiert worden sei, dann erscheine die MST in 42 Prozent der Fälle als Akteur ‒ und nur in zwei Prozent der Berichte als Opfer. Es gebe daher keinen Versuch, die MST ausgewogen darzustellen, kritisiert die Studie.

Für die Forscherin und Medienaktivistin Mónica Mourão ist zudem eine breitere Debatte notwendig, bei der es auch um das Recht auf Kommunikation gehen müsse. „Stimmenvielfalt ist notwendig. Es wird das Menschenrecht auf Kommunikation verletzt und es gibt nur wenig Kontrapunkte“, so Mourão. (bh)

Quelle: Adital