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Landlosenbewegung besetzt Eukalyptus-Plantage

Im Süden des Bundesstaates Bahia haben in der vergangenen Woche 1.150 Frauen der brasilianischen Landlosenbewegung MST eine Eukalyptus-Plantage besetzt, die dem Zellstoffproduzenten Suzano Papel Celulose gehört. Die Demonstrantinnen verliehen mit der Aktion ihrer Forderung nach einer konsequenten Umsetzung der Enteignung von Latifundiensitz Nachdruck.

Eukalyptusanbau vernichtet atlantischen Regenwald

In den verbliebenen Resten des atlantischen Regenwaldes (Mata Atlântica) machen sich vielerorts Eukalyptus-Monokulturen breit. Dies sei nicht nur ökologisch bedenklich, sondern habe auch soziale Folgen: Die Plantagen sorgten für einen Verlust an Beschäftigung, der auf den Landflächen möglich wäre, was die Landflucht noch verstärke und immer mehr arme Menschen auf der Suche nach einer Perspektive in die großen Städte treibe.

Aktivistinnen verhandeln mit Unternehmen über Land

In der Region war es bereits im März 2011 zu einer Besetzung der Fazenda des Zellstoffherstellers Veracel durch Demonstrantinnen gekommen. Weitere Besetzungen folgten im Laufe des vergangenen Jahres. Die Aktivistinnen befinden sich noch auf den Ländereien und verhandeln mit Veracel, um sich dauerhaft niederlassen zu können. Die Landlosenbewegung MST fordert, 23.000 Familien in Bahia, die kein Land besitzen, Boden zu übertragen.

Monokulturen ökologisch und sozial schädlich

Auch in anderen Landesteilen Brasiliens kommt es immer wieder zu Besetzungen des Landes von Forst- und Zellstoffunternehmen. Dabei werden auch Eukalyptusbäume oder Pinien aus Protest gefällt. Die Landlosenbewegung macht die Ausbreitung von Monokulturen für das rasante Bevölkerungswachstum der brasilianischen Städte verantwortlich, in dessen Folge auch die Gewalt deutlich zunehme. Unterstützung, vor allem finanzieller Art, erhielten die Landlosen weder von der Regierung von Präsidentin Dilma Rousseff, noch von der Regierung des Bundesstaates Bahia. (bs)

Quellen: agenciapulsar