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Landlose besetzen Dutzende Farmen

Brasiliens Landlosenbewegung MST hat im Rahmen ihrer alljährlichen Protestwelle "Roter April" nach eigenen Angaben Dutzende von Farmen besetzt. So seien die Aktivisten im Bundesstaat Sao Paulo auf 36 Farmen vorgedrungen, teilte die Bewegung am Montag mit. Auch in anderen Bundesstaaten habe MST die Aktionen fortgesetzt.

Die Organisation fordert eine umfassende Bodenreform im Interesse Tausender landloser Familien. Gleichzeitig erinnern die jährlichen Proteste an das Schicksal von 19 Aktivisten, die während eines MST-Protests im April 1996 von der Polizei erschossen worden waren.Die Aktionen in Sao Paulo richten sich hauptsächlich gegen Zuckerrohr produzierende Betreiber, die laut MST auf vom Staat enteigneten und für die Verteilung an Landlose vorgesehenen Feldern produzieren.

Vertreter der Landwirtschaftslobby nannten die Aktionen illegal und forderten eine Bestrafung der MST-Anführer. Auch im südlichsten Bundesstaat Rio Grande do Sul sowie im nordöstlichen Bundesstaat Bahia wurden laut Angaben mehrere Farmen besetzt. Im Bundesstaat Mato Grosso in Zentralbrasilien hätten MST-Aktivisten Straßensperren errichtet.

MST kündigte an, die Aktionen bis zum 17. April fortzusetzen, dem 15. Jahrestag der blutigen Polizeiattacke mit 19 Toten. Bis heute wurde der Fall von der Justiz nicht verfolgt. Laut brasilianischer Verfassung hat der Staat das Recht, ungenutztes Land zu enteignen und an Landlose zu verteilen. MST fordert von der Regierung eine entschlossenere Umsetzung dieser Vorschrift.

Quelle: kna