Kolumbien |

Landesweiter Streik

In Kolumbien befinden sich seit Montag, 19. August, mehrere Berufsgruppen in einem nationalen Streik. Ausgegangen war die Initiative zu Beginn der Woche von einer Gruppe Kaffeebauern, die aufgrund der schlechten ökonomischen Bedingungen und damit zusammenhängenden hohen Import- sowie Lebensmittelpreisen einen Generalstreik ausriefen. Ihnen folgten die Angestellten in anderen landwirtschaftlichen Bereichen, sowie die Beschäftigten des Gesundheitsbereiches und Bergarbeiter.

Nationalen Medienberichten zufolge sind in mindestens fünf Departments des südamerikanischen Landes mehr als 15 der Hauptstraßen blockiert. Der Streik begann einen Tag nach einem Feiertag, so dass viele Urlauber Probleme hatten, an ihre Wohnorte zurückzukehren. In den ersten beiden Tagen der Streiks kam es an mehreren Standorten zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei. Bisher wurden 36 Menschen verhaftet. 22 Polizisten wurden als verletzt gemeldet, keiner von ihnen jedoch schwer. Für die kommenden Tage sind rund 20 Protestmärsche in vielen Städten Kolumbiens angekündigt.

In lokalen Zeitungen wird der Streik als eine der größten Herausforderungen für den kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos bewertet, seit er seine Amtszeit begonnen hat. Bisher waren die einzelnen Berufsgruppen, vor allem im landwirtschaftlichen Sektor, lediglich separat auf die Straße gegangen. Dass sie sich nun zusammenschließen, übe einen sehr hohen Druck auf Santos aus. Bisher hat die Regierung sich nicht weiter zu dem Streik geäußert. Nur der Kongressvorsitzende, Juan Fernando Christo, warnte davor, dass solche Situationen in der Vergangenheit häufig von der Guerilla genutzt wurden, um diese zu infiltrieren. (aj)