Ecuador |

Landesweiter "Marsch für natürliche Ressourcen" angekündigt

Nachdem in diesen Tagen im Nachbarland Peru ein landesweiter „Marsch für das Wasser“ die Hauptstadt Lima erreicht, mobilisiert sich nun auch in Ecuador der Widerstand gegen die Ressourcenpolitik der Regierung. Verschiedene Indigenenverbände und soziale Organisationen haben für den 8. März unter dem Motto „Marsch für das Wasser, das Leben und die Würde der Völker“ zu einem Sternmarsch aus den Provinzen des Landes in die Hauptstadt aufgerufen. Die Demonstrationszüge sollen am 22. März, dem internationalen „Tag des Wassers“ in Quito eintreffen. Die Protestierenden wollen um eine Audienz im Parlament bitten, heißt es in dem Aufruf.

Nach Angaben der ecuadorianischen Tageszeitung „El Comercio“ haben neben den indigenen Dachverbänden CONAIE und ECURUNARI auch mehrere Gewerkschaften von Pädagogen und Schülern und Studenten sowie der Gewerkschaftsdachverband UIT zu dem Protestmarsch aufgerufen.

Forderung nach Umsetzung des Verfassungsgrundsatzes des „Sumak Kawsay“

„Mächtige transnationale Unternehmen schicken sich an, für Bergbau und Erdölförderung in Quellgebieten und Regionen mit hoher Artenvielfalt, wie der Cordillera del Cóndor, dem Nationalpark Yasuní, Intag, Molleturo, Limón, Santa Isabel, Esmeraldas oder Kimsacocha riesige Löcher in die Erde zu reißen,“ so der Aufruf, der auch die Kriminalisierung des Widerstandes gegen die Ressourcenpolitik der Regierung Correa kritisiert und die Akteure zur Einheit aufruft. Die Organisationen fordern eine „wirkliche Umsetzung“ des in der neuen Verfassung aus dem Jahr 2008 festgehaltenen Grundsatzes des „Sumak Kawsay“, des "Erfüllten Lebens".

Die Regierung Correa wird wegen ihrer Ressourcenpolitik von Indigenenverbänden seit Jahren scharf kritisiert. Die Verbände werfen der Regierung vor, in der Verfassung garantierte indigene Rechte nicht zu respektieren und den Ausverkauf des Landes an transnationale Konzerne fortzuführen. Gespräche zwischen Regierung und Indigenenvertretern wurden immer wieder abgebrochen. (bh)