Kolumbien |

Land mit den meisten Binnenflüchtlingen weltweit

Kolumbien ist nach einer aktuellen Studie das Land mit den meisten Binnenflüchtlingen weltweit. Nach einer Studie des Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) sind 5,5 Millionen Menschen in Kolumbien Opfer von Vertreibung. Allein im vergangenen Jahr stieg die Zahl in dem südamerikanischen Land noch einmal um 230.000 Menschen an, die aus ihrer Heimat flohen oder zwangsvertrieben worden.

IDMC-Direktorin Kate Halff sagte der Tageszeitung "El Espectador", dass die betroffenen Menschen oft schon in zweiter oder gar dritter Generation in einem Status als Flüchtling leben. Wenn die Regierungen und die internationale Gemeinschaft anerkennen, dass diese Menschen gezwungen worden seien ihre angestammte Heimat zu verlassen, dann verdienten sie nicht nur eine humanitäre Antwort sondern auch eine Zusage für eine dauerhafte Lösung ihrer Situation, forderte Halff.

Laut IDMC-Studie gab es im Jahr 2012 28,8 Millionen Binnenflüchtlinge weltweit. Die meisten Flüchtlinge gab es in Afrika (10,4 Mio) gefolgt von Lateinamerika mit 5,8 Millionen Menschen, die auf der Flucht sind. Hinter Kolumbien (5,5 Mio) ist Mexiko (160.000) das Land mit den meisten Binnenflüchtlingen in der Region.

In Kolumbien tobt seit Jahren ein bewaffneter Konflikt zwischen linksgerichteten Guerillagruppen, rechten Paramilitärs und Truppen der regulären Armee. In Folge der Kämpfe und von Landvertreibungen fliehen viele der betroffenen Menschen aus ländlichen Regionen in die Slums der Städte. (tk)