Bolivien |

La Paz schützt Volkstänze

Boliviens Regierung hat traditionelle Volkstänze des Andenlandes mit sofortiger Wirkung unter Gesetzesschutz gestellt. Am Dienstag wurden die im 10-Millionen-Einwohnerland allseits beliebten Tänze „La Kullawada“, „La Morenada“, „La Llamerada“, „El Caporal“ und „La Saya Afroboliviana“ von Staatsoberhaupt Evo Morales per Dekret explizit als bolivianisches Kulturerbe bezeichnet.

Die Linksregierung will so die „kulturellen Ausdrücke“ des Landes schützen und „kulturelle Souveränität“ sicherstellen, erklärte die Ex-Journalistin und aktuelle Kultusministerin Elizabeth Salguero in lokalen Medien. Das Gesetz verstehe man als „Bremse gegen die permanente und systematische Aneignung unserer folkloristischen Tänze durch Nachbarländer“, zitiert die Tageszeitung „La Prensa“ die Ministerin.

Zwar wolle Bolivien, dass die Tänze Verbreitung fänden, doch solle auch ihr Ursprung anerkannt werden, fordert Salguero stellvertretend für hunderte bolivianische Tanzvereinigungen. Hintergrund der Maßnahme, die eine Katalogisierung der historischen Tänze und ein Förderprogramm einschließt, sind regelmäßig aufflammende Konflikte mit den Nachbarländern Chile und Peru um den Ursprung der Tänze. Heftigen Streit gibt es ebenfalls um die Herkunft der Kartoffel und das andine Saiteninstrument Charango. (bb)