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Kubanischer Erzbischof und Castro-Kritiker Meurice gestorben

Havanna (KNA) Erzbischof Pedro Meurice Estiu, früherer Oberhirte von Santiago de Cuba und scharfer Kritiker des Regimes von Fidel Castro, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Nach Kirchenangaben erlag er am Donnerstag in einer Klinik in Miami in den USA einem Nierenversagen. Die Kubanische Bischofskonferenz würdigte ihn als volksnahen Hirten, der das Leben mit den Menschen geteilt habe.
Meurice leitete das im Süden Kubas gelegene Erzbistum Santiago de Cuba von 1970 bis zu seinem altersbedingten Amtsverzicht 2007.

Bekannt wurde Meurice durch seinen öffentlichen Widerspruch gegen die kommunistische Führung. Beim historischen Kuba-Besuch von Papst Johannes Paul II. griff er den damaligen Regierungschef Fidel Castro zu Beginn eines Gottesdienstes am 24. Januar 1998 öffentlich mit harten Worten an. In Gegenwart von Fidel Castros Bruder und späterem Nachfolger Raul Castro erklärte Meurice, die Kubaner müssten «die falschen Messiasse entmystifizieren», und beklagte eine Spaltung des Volkes durch das Exil.

Nach dem Tod Johannes Pauls II. 2005 nahm Fidel Castro an einer von Meurice geleiteten Trauermesse in Havanna teil; dabei erklärte er, dem Erzbischof den Vorfall von damals nicht nachzutragen.

Meurice, am 23. Februar 1932 in San Luis auf Kuba geboren, wurde
1955 zum Priester geweiht und spezialisierte sich anschließend an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom im Kirchenrecht. 1967 wurde er zum Weihbischof in Santiago de Cuba ernannt. Nach dem Tod von Erzbischof Enrique Perez Serantes übernahm er 1970 die Leitung der Erzdiözese, in der mit dem Heiligtum der «Virgen de la Caridad del Cobre» Kubas populärster Marienwallfahrtsort liegt.