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Kuba: BBC-Reportage - Früh-Abtreibungen schönen Statistik

In Kuba treibt eine besonders frühe Form der Abtreibung nach einem Bericht des britischen Fernsehsenders BBC die offiziellen Statistiken der Schwangerschaftsabbrüche nach unten. Von 1000 Frauen im gebärfähigen Alter ließen im vergangenen Jahr 26 Frauen in Kuba einen Schwangerschaftsabbruch durchführen. Zum Vergleich: In den USA lag die Zahl bei 21, in Guatemala bei 24 und in Mexiko bei 33.

Nach offiziellen Angaben gab es auf der Karibik-Insel im Jahr 2009 insgesamt 84.687 offiziell registrierte Abtreibungen. Damit lag die Zahl deutlich unter dem Wert, der Mitte der 80er Jahre erreicht wurde. Damals gab es fast doppelt so viele Abbrüche.

Grund für die statistische Bereinigung sei eine Praxis mit dem Namen "regulación menstrual", die in den ersten sechs Wochen nach Beginn der Schwangerschaft angewendet werde, um den normalen Zyklus wieder herzustellen. Die "regulación menstrual" gelte offiziell nicht als Abtreibung. Somit sei auch bei minderjährigen Frauen eine Zustimmung der Eltern nicht notwendig, zudem tauchten diese nicht in der offiziellen Abtreibungsstatistik auf.

Der Rektor des vor wenigen Monaten neu eröffneten katholischen Priesterseminars San Carlos, Antonio Rodriguez, sagte der BBC, viele katholische Kubaner hätten mittlerweile eine kinderfeindliche Einstellung. Grund dafür sei "eine Osmose der äußeren Einflüsse." (TK)

Der Video-Beitrag im Original:
http://www.bbc.co.uk/mundo/noticias/2011/03/110228_video_cuba_abortos_lh.shtml

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