Guatemala |

Kritik an Vorstoü für temporäres US-Visum

Guatemala-Stadt. Die katholische Kirche hat die Bitte des guatemaltekischen Staatspräsidenten Alvaro Colom an die USA kritisiert, nach dem verheerenden Tropensturm Agatha temporäre
Aufenthaltsgenehmigungen auszustellen. Mit Blick auf das heftig umstrittene "Arizona-Gesetz", dass die Behörden in dem US-Bundesstaat ermächtigen soll, lateinamerikanische Einwanderer nach Belieben zu kontrollieren, erklärte ein für die Einwanderungspolitik zuständige Sprecher der guatemaltekischen Bischofskonferenz: "Es gibt in den USA derzeit nicht die richtigen politischen Bedingungen für einen solche Aktion."

Während einer der vergangenen Naturkatastrophen hatte die USA interessierten Einwanderern ein Visum mit dem sogenannten "Estatus de Proteccion Temporal (TPS)" ausgestellt, der einen befristeten Aufenthalt in den USA ermöglicht.

Anfang Juni hatte Colom in Washington die US-Behörden gebeten, nach dem Tropensturm Agatha erneut eine solche Regelung anzuwenden, um den Opfern eine Ausreise in die USA zu ermöglichen. In den USA leben derzeit rund 1,5 Millionen Einwanderer aus Guatemala, die überwiegende Mehrzeit ohne gültige Papiere. Während Tropensturm Agatha am letzten Mai-Wochenende kamen nach offiziellen Angaben 165 Menschen ums Leben, mehr als 100.000 Menschen wurden obdachlos. (tk)