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Kritik an "€žrassistischer Strategie"€? gegenüber Migranten

Auf dem IV. Weltsozialforum zum Thema Migration in Ecuadors Hauptstadt Quito hat der US-amerikanische Aktivist William Fletcher scharf kritisiert, dass gegenüber Migranten in Lateinamerika und der Karibik zunehmend eine rassistische Strategie angewandt werde. Der Begriff “Rasse” entbehre der wissenschaftlichen Grundlage, sondern werde von den Herrschenden dazu verwendet, um die Beherrschten zu klassifizieren und Trennungen zwischen ihnen vorzunehmen. Außerdem werde hiermit die Unterdrückung gerechtfertigt. Diese Ideologie sei bereits bei der Eroberung Amerikas durch die Europäer entwickelt worden. Der Rassismus entwerfe eine hierarchisch aufgeteilte Welt, in der die so genannte weiße Rasse der Referenzpunkt für alle übrigen Rassen sei.

Fletcher illustrierte die Absurdität mit den historischen Migrationskonflikten die sich auf der Insel Hispaniola an der Grenze zwischen der Dominikanischen Republik und Haiti abspielen. Die dominikanische Verleugnung der afrikanischen Wurzeln der eigenen Bevölkerung, welche von der herrschenden Klasse kräftig unterstützt werde, habe Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem Blutbad mit über 20.000 Opfern unter den haitianischen Migranten geführt. Ziel sei damals gewesen, die Grenze zwischen der Dominikanischen Republik und Haiti zu “dominikanisieren” und “weiß” zu machen.

Der moderne Rassismus gehe subtiler gegen Migranten vor: Es werde nicht mehr von der Unterlegenheit der nicht-weißen Rassen gesprochen, sondern von “unüberwindbaren Unterschieden” zwischen den Migranten und der Kultur der sie aufnehmenden Länder. Die angebliche Unfähigkeit zur Assimilierung diene als Vorwand, die Migranten an den Rand der Gesellschaft zu drängen. (bs)

Quelle: Adital