Bolivien |

Kritik am CO2-Handel

Boliviens Präsident Evo Morales hat am Mittwoch alle Indigenen der Welt zur Verteidigung der Regenwälder aufgerufen. In einem offenen Brief richtete der erste indigene Staatschef des Andenlandes seinen Appell an Indigenen-Verbände rund um den Globus. Diese sollten sich mobilisieren, um eine »Vermarktung der Wälder über die Mechanismen des CO2-Emmissionshandels durch die Industrieländer zu verhindern«.

Zwar sei der Schutz der Umwelt und des Klimas notwendig wie nie, räumte Morales ein. Doch dürfe dies kein Vorwand zum Ausverkauf der Regenwälder sein. »Der Vorschlag der Industrienationen sieht nur den Gebrauchswert der Wälder, nämlich ihre Fähigkeit CO2 zu absorbieren«, so Morales. Es drohe jedoch ein Ausverkauf der Wälder, da sie »Zertifikate herausgeben wollen und Fonds für einen so genannten CO2-Markt«, erklärte Morales den Indigenen-Organisationen das auch von Umwelt-NGOs kritisierte Prinzip.

In derselben Erklärung warnte Morales zudem davor, dass einige Industrieländer Indigenenvertreter für ihre Ziele missbrauchen könnten. »Wir können nicht hinnehmen, dass mit unserer Einwilligung ein Mechanismus geschaffen wird, mit einige Wenige unsere Mutter Natur verkaufen«, so das Schreiben.

Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen wirbt derweil für eine Ausweitung der »Low Carbon Economy«. Sie sei nicht nur für den Klimaschutz wichtig, sondern auch »um eine sichere und bezahlbare Energieversorgung bei einer steigenden Weltbevölkerung sicherzustellen«, so Röttgen in einer Rede zur Eröffnung der Unternehmermesse Carbon Expo Köln Ende Mai. Der Emissionshandel schaffe in Europa »eine zukunftsfähige, stabile, wettbewerbsstarke Wirtschaft der Zukunft«. (bb)