Mexiko |

Kriminalität beeinflusst Wirtschaft

Die weitverbreitet Kriminalität und dadurch ausgelöste Unsicherheit in Mexiko wirkt sich auch negativ auf die Wirtschaft des Landes aus. Dies geht aus einer Untersuchung hervor, die das Nationale Statistikinstitut (Inegi) durchgeführt hat. Demnach haben in den letzten drei Jahren 40.0000 kleine und mittelständische Unternehmen wegen der Kriminalität im Land geschlossen. In 37 Prozent der mexikanischen Firmen wurde schon mal ein Gewaltdelikt verübt. Das umfasst sowohl die weit verbreitete Erpressung von Schutzgeldern als auch Überfälle.

Die Gewalt in dem nordamerikanischen Land hat somit negative Auswirkungen auf die Wirtschafts-leistung. Das Inegi errechnete, dass in 2012 so 8,8 Milliarden weniger US-Dollar erwirtschaftet wurden. Das entspricht 0,75 Prozent des gesamten Bruttoinlandproduktes. Am gravierendsten sei die Situation für Unternehmen und kleine Geschäfte derzeit im Bundesstaat Michoacan. Dort bekriegt sich das Drogenkartell Los Caballleros Templarios mit dens seit einigen Monaten aktiven Bürgermilizen. Der westmexikanische Staat ist gekennzeichnet durch eine extrem niedrige Präsenz staatlicher Institutionen. Generell haben es Unternehmen dort besonders schwer, wo die Drogenkartelle aktiv sind.

Die Gewalt im Zusammenhang mit dem Drogenhandel gilt in Mexiko als eines der größten Probleme. In den vergangen sechs Jahren sind Statistiken zufolge im mexikanischen "Drogenkrieg" 70.000 Menschen umgekommen. Die Regierung scheint bisher nicht das passende Rezept gegen das massive Sicherheitsproblem gefunden zu haben, versucht aber mit präventiven Programmen anzusetzen. „Wir wissen, dass die Produktivität und die Wettbewerbsfähigkeit durch den hohen Grad an Unsicherheit betroffen sind. Wir arbeitend derzeit an einem nationalen Präventionsprogramm“, erklärte der Direktor des Sekretariats für Bürgerbeteiligung Xiuh Guillermo. (aj)