Peru |

Krankenschwestern schließen sich Ärztestreik an

Die mehr als 70.000 Krankenschwestern des öffentlichen Sektors und das medizintechnische Personal der Sozialversicherung (Essalud) haben sich gestern dem unbefristeten Ärztestreik angeschlossen. Sie fordern mit ihrem landesweiten Streik Lohnerhöhungen, eine Reform der Einstellungspolitik und bessere Arbeitsbedingungen in öffentlichen Krankenhäusern und Gesundheitsstationen.

Die Vorsitzende des Verbandes, Zoila Cotrina, erklärte gegenüber Canal N, es handele sich bei dem Ausstand um die Wiederaufnahme eines Streiks vom vergangenen Jahr, der nach einer Übereinkunft mit dem Ministerium im Oktober 2012 eingestellt worden war. Das Ministerium habe eine Lösung der monierten Probleme für vergangenen Dezember versprochen, jedoch seien viele Vereinbarungen noch immer nicht umgesetzt worden, so Cotrina.

Unzureichender Schutz für medizinisches Personal

Die Hauptforderung der Krankenschwestern sei eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen. „Vor allem sind die Bedingungen, unter denen wir arbeiten, nicht ausreichend, um das Leben der Patienten und unser eigenes zu schützen“, kritisierte Cotrina und verwies dabei auch auf den Ausbruch der Vogelgrippe AH1N1 in mehreren peruanischen Städten. Es fehlten Medikamente und Medizintechnik, so die Vorsitzende, um auch das Personal ausreichend zu schützen. Cotrina versicherte, dass eine Notversorgung von Patienten in den Krankenhäusern gewährleistet sei.

Auch die seit dieser Woche streikenden Ärzte wollen Lohnerhöhungen und eine Verbesserung der Situation in den staatlichen Kliniken und Gesundheitszentren erreichen. Gesundheitsministerin Midori de Habich signalisierte am 17. Juli gegenüber den streikenden Ärzten, Mittel für eine mögliche Lohnerhöhung seien vorhanden. Sie bat um die Einstellung des Streiks und versprach, dass die im vergangenen Oktober getroffenen Vereinbarungen zu Lohnerhöhungen in zwei Monaten umgesetzt würden.

Vizeminister José del Carmen Sara erklärte, der Streik werde von der Regierung als illegal eingestuft, weshalb die Streikenden mit Lohnabzügen zu rechnen hätten. Die Gewerkschaft zeigte sich davon unbeeindruckt und wiederholte ihre Forderung nach Gesprächen mit der Regierung. (bh)