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Korruptionswahrnehmung weiter hoch

Laut dem diesjährigen Bericht der nichtstaatlichen Antikorruptionsorganisation Transparency International (TI) ist die Wahrnehmung von Korruption in fast allen lateinamerikanischen Ländern weiterhin auf einem hohen Niveau. "Der Index zur Korruptionswahrnehmung 2013 soll darin erinnern, dass Machtmissbrauch, geheime Geschäfte und Bestechungszahlungen die Gesellschaften weltweit weiterhin heimsuchen", so der am Dienstag, den 3. Dezember, veröffentlichte TI-Jahresbericht.

Auf der Weltkarte des Korruptionsindizes – der mit der Farbe grün belegte Wert 100 stellt den Idealzustand völliger Abwesenheit von Korruptionswahrnehmung dar, der dunkelrot gefärbte Wert 1 völliges Misstrauen gegenüber Geschäftswelt und Staat – lässt sich erkennen, dass fast ganz Lateinamerika rot bis orange eingezeichnet ist. Im Ranking von 177 Staaten schneidet Uruguay mit 73 Punkten in der Region am Besten ab, wobei Dänemark und Neuseeland mit 91 Punkten Spitzenreiter in Sachen Transparenz sind, so TI.

Ernsthaftes globales Problem

Auf Platz 2 in Lateinamerika firmiert Chile (71) mit einem Punkt weniger als 2012. Es folgt Costa Rica (53) mit ebenfalls einem Punkt weniger. Die Mehrheit der Länder zwischen Rio Grande und Feuerland liegen laut TI jedoch voll im Weltdurchschnitt unter der 50-Punkte-Marke, was die 1993 gegründete Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Berlin als "ernsthaftes globales Problem" brandmarkt. Brasilien (42), Mexiko und Argentinien (34) und Schlusslicht Venezuela (20) konnten bei den von TI befragten Interviewpartnern das Gefühl von Transparenz nicht verbessern.

Der Jahresgesamtbericht beruht auf Erhebungen von Länderbüros in den Staaten rund um die Welt, die ihre Interviewpartner in der Geschäftswelt und Politik unabhängig von der Zentrale in Deutschland befragen. Finanziert wird die Mutterorganisation TI von der EU, dem Bund, der US-Entwicklungsbehörde USAID, Mitgliedsbeiträgen, Großspendern aus Wirtschaft und internationaler Unternehmensberatung sowie von Stiftern wie die Bill&Melina Gates Foundation und Flora Hewlett Foundation. Kritiker stellen regelmäßig Unabhängigkeit und Wissenschaftlichkeit des Rankings in Frage. (bb)

Die Karte und den Jahresbericht können Sie hier einsehen.