Brasilien |

Korruptionsvorwürfe gegen Regierung

Gut drei Wochen vor den landesweiten Wahlen in Brasilien beherrschen Korruptionsvorwürfe gegen die Regierung von Staatspräsident Luiz Inacio Lula da Silva immer stärker die Schlagzeilen der Tagespresse. So sollen enge Mitarbeiter in Lulas Regierung in Schmiergeldaffären verwickelt sein. Gleichzeitig verhaftete die Bundespolizei den Gouverneur des Bundeslandes Amapa, Pedro Paulo Dias. Dieser soll bis zu 10 Millionen US-Dollar an Bestechungsgeldern von ausländischen Investoren angenommen haben.

Das Geld soll Dias laut der Polizei in seine eigene Wahlkampagne gesteckt haben. Neben Dias nahm die Polizei 17 weitere Verdächtige Personen in Amapa fest. Der Gouverneur gilt als Verbündeter von Staatschef Lula da Silva. Dieser wirbt derzeit in TV-Spots und Wahlveranstaltungen massiv für die von ihm zu seiner Nachfolgerin aufgebaute Kandidatin Dilma Rousseff. Die ehemalige Chefin der Staatskanzlei liegt in den letzten Umfragen gut 25% vor dem Oppositionskandidaten Jose Serra und hat gute Chancen, bereits im ersten Wahlgang am 3. Oktober eine absolute Mehrheit zu erreichen.

Allerdings fürchtet man im Regierungslager, dass die in den letzten Wochen von der Opposition vorgebrachten Korruptionsvorwürfe auf der Zielgeraden doch noch Stimmen kosten könnten. Laut Zeitungsberichten soll Rousseffs Nachfolgerin in der Staatskanzlei, Erenice Guerra, ein System schwarzer Kassen zur persönlichen Bereicherung eingerichtet haben. Zudem soll sie mit Hilfe von Familienangehörigen unerlaubte Lobbyarbeit verrichtet haben. Dadurch hätten Unternehmen aus dem Umfeld Guerras Staatsaufträge in Millionenhöhe ergattert. Laut Zeitungsberichten wird die Bundespolizei in den nächsten Tagen offizielle Ermittlungen zu den Vorwürfen aufnehmen. (milz)