Haiti |

Korruptionsverfahren: Ex-Präsident Aristide verhört

Haitis Ex-Präsident Jean-Bertrand Aristide hat sich am 9. Januar in seiner Wohnung den Fragen der Ermittler zu den gegen ihn gerichteten Korruptionsvorwürfen gestellt. Das berichtete der haitianische Internetdienst AlterPresse unter Berufung auf einen Anwalt Aristides. Der ehemalige Staatschef und frühere Salesianerpater ist wegen Untreue, Betrügerei und Diebstahl angeklagt.

Ursprünglich sollte Aristide bereits am 3. Januar vor dem Zivilgericht in Port-au-Prince verhört werden, ließ diesen Termin aber aufgrund angeblicher Formfehler verstreichen. Vor dem Gebäude in Haitis Hauptstadt kam es zu Demonstrationen von Gegnern und Anhängern des Ex-Präsidenten. Auch diesmal herrschten dort laut Bericht tumultartige Zustände. Deswegen sei die Befragung "aus Sicherheitsgründen" kurzfristig in Aristides Wohnung verlegt worden.

Aristide soll während seiner Amtszeit als Präsident in großem Stil Gelder veruntreut haben. Schätzungen zufolge besitzt der 59-Jährige ein Privatvermögen von 40 Millionen US-Dollar. Im Jahr 2011 kehrte Aristide aus dem südafrikanischen Exil nach Haiti zurück. Er verfügt offenbar weiterhin über zahlreiche Anhänger auf Haiti, griff aber bislang nicht aktiv ins politische Geschehen ein. Über den weiteren Fortgang des Verfahrens gegen ihn gab es vorerst keine Angaben.

Quelle: KNA