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Korruption bleibt Alltag

Die Anti-Korruptions-Organisation „Transparency International“ hat vergangenen Dienstag, 9. Juli, die Ergebnisse des globalen Korruptionsbarometer 2013 veröffentlicht. Demnach führt Argentinien vor Mexiko und Venezuela die Liste der Länder Lateinamerikas an, in denen die befragten Bürger einen Anstieg der Korruption in den letzten zwei Jahren wahrgenommen haben.

Rund 72 Prozent der Befragten in Argentinien sind der Meinung, die Korruption habe in ihrem Land in den vergangenen zwei Jahren zugenommen. Auf Platz zwei der lateinamerikanischen Länder folgt Mexiko mit 71 Prozent, danach Venezuela mit 65 Prozent, Jamaica mit 62 Prozent, Paraguay mit 61 Prozent, Chile mit 61 Prozent, Bolivien mit 57 Prozent, Kolumbien mit 56 Prozent, El Salvador mit 54 Prozent, Brasilien mit 47 Prozent, Peru mit 46 Prozent und Uruguay mit 43 Prozent.

Als besonders alarmierend sieht Huguette Labelle, Chefin von „Transparency International“, die Tatsache, dass die Mehrheit der Befragten gerade den wichtigsten Institutionen der Demokratie misstraut - Parteien, Verwaltungen, Polizei und Justiz. In fast allen Ländern haben die politischen Parteien die schlechtesten Werte erhalten, dicht gefolgt von der Polizei. Aber auch die Bürger selbst sind Teil der Korruption. Die Mehrheit der befragten Lateinamerikaner hat angegeben, in den letzten 12 Monaten Bestechungsgelder an die jeweiligen staatlichen Behörden gezahlt zu haben.

Alle drei Jahre testet „Transparency International“ weltweit, wie korrupt die Bürger einzelne Sektoren in ihrem Land wahrnehmen. Für das Korruptionsbarometer 2013 hat die Organisation ein weltweites Netzwerk von Meinungsforschern beauftragt, 114.270 Menschen in 107 Ländern. Die von September 2012 bis März 2013 durchgeführte Studie basiert auf persönlichen Interviews, Telefon- und Onlinebefragungen. (sck)