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Konservativer Lacalle Pou ist neuer Präsident Uruguays

Das Ergebnis der Stichwahl ist knapp, aber eindeutig: Die Geschicke des lateinamerikanischen Landes lenkt künftig der 46-jährige Luis Lacalle Pou von der rechtsgerichteten Nationalpartei. Er war als Erneuerer angetreten.

Der künftige Präsident Luis Lacalle Pou mit seiner Frau am vergangenen Sonntag, 27. November 2019. Foto: picture-alliance/ZumaPress/SOPA/M. Zina

Noch vor Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses hat der Kandidat der regierenden Linkspartei, Daniel Martínez, seine Wahlniederlage gegen seinen Rivalen von der rechtsgerichteten Nationalpartei eingeräumt. "Wir grüßen den gewählten Präsidenten Luis Lacalle Pou. Morgen werde ich mich mit ihm treffen", schrieb Martínez im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Nach der Stichwahl vom Sonntag hatten die Ergebnisse der beiden Kandidaten so eng beieinander gelegen, dass die Wahlbehörde die Stimmen noch einmal Region für Region nachzählen lassen musste. Lacalle Pou kam demnach auf 48,71 Prozent der Stimmen, Martínez auf 47,51 Prozent. Laut den bisher bekannt gewordenen Zwischenergebnissen liegt der Bewerber der konservativen Partido Nacional uneinholbar vorne. Das offizielle Endergebnis will die Wahlbehörde in den kommenden Stunden mitteilen.

Unterstützer von Lacalle Pou feierten in der Hauptstadt Montevideo lautstark den Sieg des Rechtspolitikers. Mit der Niederlage von Martínez geht eine 15-jährige Regierungszeit des Linksbündnisses Frente Amplio (Breite Front) zu Ende. Nach den ersten Hochrechnungen am Sonntag hatte sich Martínez, der bis vor wenigen Monaten Bürgermeister von Montevideo war, zunächst geweigert, seine Niederlage anzuerkennen.

Lacalle Pou ist der Sohn des ehemaligen Präsidenten Luis Alberto Lacalle. Der 46-Jährige bewarb sich als junger Erneuerer des konservativen Lagers. Er wird seine fünfjährige Amtszeit am 1. März antreten. Dann endet das Mandat von Staatschef Tabaré Vázquez. Die Verfassung Uruguays verbietet zwei aufeinander folgende Amtszeiten. Der Präsident ist zugleich Regierungschef des Landes.

Beobachter gehen davon aus, dass Lacalle Pou den 3,5 Millionen-Einwohner-Staat, der an Argentinien und Brasilien grenzt, neu positionieren wird. Zu seinen außenpolitischen Zielen dürften eine engere Bindung an die USA und ein konfrontativerer Kurs gegen die sozialistische Regierung von Nicolás Maduro in Venezuela gehören.

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