Bolivien |

Kongress kündigt Gesetz gegen Feminizide an

Der bolivianische Kongress hat am 13. Februar angekündigt, so schnell wie möglich ein Gesetz gegen Feminizide verabschieden zu wollen. Damit soll es in Zukunft möglich sein, Morde an Frauen mit bis zu 30 Jahren Haft zu bestrafen. Der Vizepräsident Boliviens, Álvaro García Linera, gab weiterhin an, dass auch Verurteilungen wegen körperlichen Misshandlungen zu vier bis acht Jahren Gefängnis in dem Gesetz vorgesehen sind.

Damit reagiert die Regierung des Andenstaats auch auf den Tod der Journalistin Hanalì Huaycho. Die Medienschaffende wurde am Morgen des 12. Februar in ihrer eigenen Wohnung von ihrem Ex-Ehemann umgebracht. Dieser stach während einer Diskussion mit seiner ehemaligen Partnerin plötzlich mit einem Messer, vor den Augen ihres Sohnes, 15 Mal auf sie ein. Huaycho erlag ihren Verletzungen noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Am 13. Februar versammelten sich Hunderte Bolivianer in der Hauptstadt La Paz, um gegen die Gewalt gegen Frauen zu protestieren und Gerechtigkeit für die ermordete TV-Journalistin zu fordern.

Der Mord an Hanalì Huaycho scheint in Bolivien kein Einzelfall zu sein. Statistiken zufolge verzeichnet das südamerikanische Land eine der höchsten Raten von Gewalt gegen Frauen in ganz Lateinamerika. Im Jahr 2012 wurden zwischen 120 und 140 Feminizide verübt. Darüber hinaus werden jedes Jahr mehr als 100.000 gewaltsame Übergriffe auf Frauen registriert. Vor diesem Hintergrund wolle das Parlament nun die Debatte um die Aufnahme des Tatbestands „Feminizid“ in das Strafgesetzbuch beschleunigen.