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Kolumbien: Kirche bittet internationale Institutionen gegen Paramilitärs um Hilfe

Die katholische Kirche in Kolumbien will ihre Unterstützung für die Opfer von illegalen, bewaffneten Gruppierungen ausweiten. Bischof Julio Cesar Vidal Ortiz aus der besonders betroffenen nordkolumbianischen Provinzhauptstadt Monteria (Cordoba) sagte der Tageszeitung El Colombiano: „Die Präsenz dieser Banden hat eine Situation von gefährlicher Instabilität und großer Furcht geschaffen, die alles andere überlagert". Er kündigte im Namen der kirchlichen Hilfsorganisation Cordupaz an, um Unterstützung bei internationalen Hilfsorganisationen zu werben, damit konkrete Lösungen für die Bevölkerung in den betroffenen Regionen gefunden werden können.Cordupaz ist vor allem in den Hochburgen paramilitärischer Banden in Cordoba und Uraba tätig.

Der Oberhirte von Monteria zog eine verheerende Bilanz der aktuellen Situation in Nordkolumbien: „Weil die Regierung nicht reagiert, müssen wir jetzt die Initiative ergreifen und versuchen, diesen Kommunen und Institutionen internationale Hilfe zukommen zu lassen. Erst danach können wir mit konkreten Projekten Aufbauarbeit leisten." Zunächst sei es aber notwendig, dass die Bevölkerung internationalen Organisationen wie dem Roten Kreuz, den Vereinten Nationen oder der Organisation Amerikanischer Staaten ihre Notsituation überhaupt erst einmal erklären könne, damit mit der Hilfe begonnen werden könne. Die illegalen paramilitärischen Verbände in Kolumbien sind für zahlreiche, schwere Menschenrechtsverletzungen gegen die Zivilbevölkerung verantwortlich. Sie finanzieren ihren Kampf gegen linksgerichtete Guerillagruppierungen mit den Einnahmen aus dem Drogenhandel. (KNA)

Adveniat fördert die Arbeit der katholischen Kirche in Kolumbien zu Gunsten von armen und benachteiligten Menschen: derzeit 278 Projekte mit etwa 3,7 Mio. Euro.