Bolivien |

Koka-Bauern blockieren Straüen

Koka-Bauern aus den bolivianischen Yungas-Tälern haben seit Montagnacht die Zufahrtstraßen zur Hauptstadt La Paz blockiert. Sie protestieren gegen die Begrenzung des Handels mit Koka-Blättern zwischen Produzenten und Konsumenten, welche die Regierung mittels eines neuen Gesetzes kontrollieren will. »Wir werden diese Maßnahmen aufrecht erhalten, bis der Dialog beginnt«, erklärte Ramiro Sánchez von der »Vereinigung der Koka-Produzenten von La Paz« (ADEPCOCA).

Die 2000 mobilisierten Bauern würden allein Präsidenten Evo Morales, der noch immer Gewerkschaftschef des Dachverbandes der Koka-Bauern ist, oder den Innenminister als Verhandlungspartner akzeptieren, so Sánchez am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Die Regierung in La Paz will die maximale Verkaufsmenge reduzieren, um so den illegalen Kokaanbau einzudämmen. Laut Schätzungen der Interamerikanischen Gesellschaft für Betäubungsmittel wird Koka in Bolivien auf 30500 Hektar angepflanzt, nur 12000 Hektar davon legal.

Die Straßenblockaden schneiden die östlichen Departamentos Beni und Pando von La Paz ab, von wo unter anderem Fleisch und Lebensmittel angeliefert werden. Neben der Annullierung des Gesetzesprojektes fordern die Bauern 2000 neue Koka-Anbau-Lizenzen, den Bau einer Fabrik zur Industrialisierung der Koka-Pflanze (Tee, Zahnpasta, Shampoo), die selbstständige Verwaltung von EU-Geldern und den Bau eines Krankenhauses. Bis September hat der weltweit drittgrößte Koka-Produzent (nach Peru und Kolumbien) die UNO-Vorgabe 5024 Hektar Koka-Pflanzungen zerstört, 4282 Hektar davon im Chapare, dem Gebiet, wo einst Präsident Evo Morales als Koka-Bauer gearbeitet hat. (bb)