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Knappe Stichwahl in Uruguay

Einen Tag nach der Präsidentschaftsstichwahl in Uruguay steht noch immer kein Sieger fest. Beim Wahlgang am Sonntag waren Luis Lacalle Pou von der konservativen „Partido Nacional“ (PN)  gegen Daniel Martínez vom linken Regierungsbündnis „Frente Amplio“ (FA) angetreten. Beide Kandidaten trennten bei Auszählung aller Stimmen am Montag nur wenige tausend Stimmen, berichtet die Tageszeitung „El Observador“ am Montagmorgen, den 25. November 2019.

Laut dem Nationalen Wahlgericht sei das Ergebnis allerdings zu knapp, um einen amtlichen Sieger des Urnengangs auszurufen. Lacalle Pou lag mit 48,4 Prozent der Stimmen vor dem ehemaligen Bürgermeister von Uruguays Hauptstadt Montevideo, der auf 47,4 Prozent kam. In absoluten Stimmen gezählt beträgt der Unterschied zwischen beiden Politikern nur 28.666 Stimmen. Allerdings müssen über 30.000 Stimmen wegen Unregelmäßigkeiten noch von der Wahlbehörde überprüft werden.

Die Bekanntgabe des Endergebnisses werde für Ende dieser Woche erwartet, berichtet die DPA. Auf einer ersten Siegesfeier erklärte der Mitte-Rechtspolitiker, er werde abwarte: „Formell werden wir es in wenigen Tagen wissen“. Martínez rief zu Geduld auf: „Wir sollten uns verständigen für ein geeintes Uruguay und für die Menschen regieren“, so DPA. Beim ersten Wahlgang im Oktober hatte Martínez noch zehn Prozent vor Lacalle Pou gelegen, drei kleine Parteien hatten diesem jedoch seine Unterstützung angeboten. Die FA regiert das Land seit 14 Jahren. Die Amtszeit von Präsident Tabaré Vásquez endet am 1. März 2020.