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Klimakonferenz ohne indigene Agenda

Die Delegation des indigenen Forums Abya Yala hat das Nichtbeachten indigener Rechte bei den Verhandlungen der Agenda des 17. UN-Klimakonferenz im südafrikanischen Durban kritisiert. “Keines der bis heute diskutierten Dokumente auf der COP17 anerkennt oder berücksichtigt die Rechte indigener Völker” kritisierten Mitglieder des täglich tagenden indigenen Forums, das auch vom Ko-Vorsitzenden Rafael Quispe (Conamaq) vertreten wird. Die Klimakonferenz begann am 28. November und geht morgen zu Ende.

Kritik an EU-Forderung nach mehr Flexibilität

Die Indigenen seien besonders besorgt über den fehlenden politischen Willen der reichen Nationen, keine Maßnahmen zu beschließen, die einen wirklichen Effekt im Kampf gegen die Erderwärmung nach sich ziehen. Eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls, das 2012 ausläuft, hätte wenig Auswirkungen, da die Befürworter dieses Schrittes nur für elf Prozent der Emissionen verantwortlich sind. Die EU mache hingegen Druck, um die zweite Periode des Protokolls "flexibel" zu gestalten.

Diese Flexibilität ziele auf die Entwicklung von Marktmechanismen des Kohlenstoffemissionshandels ab, kritisieren die indigenen Vertreter. In der Arbeitsgruppe für langfristige Zusammenarbeit wird auch über freiwillige Emissionsreduzierungen verhandelt. Die Delegation des indigenen Forums äußerte jedoch gemeinsam mit der Delegation der ALBA-Staaten ihre Besorgnis hinsichtlich des von dieser Arbeitsgruppe ausgearbeiteten Dokuments.

Keine Berücksichtigung indigener Rechte

Das Konzept "differenzierter gemeinsamer Verantwortlichkeiten", das von indigener Seite eingebracht worden war, habe seinen Stellenwert im Dokument verloren, was auf den geringen politischen Willen der Industrienationen hinweise, "ihre große Verantwortung und die Klima-Schulden gegenüber den Entwicklungsländern” anzuerkennen, kritisiert die Delegation der Indigenen. Sowohl der Text dieser Arbeitsgruppe als auch das Papier der Gruppe zur Einführung von wissenschaftlich-technischer und wissenschaftlicher Beratung (SBSTA) “erkennen die indigenen Rechte nicht an und stellen die Repräsentanten der indigenen Völker, die an diesem Verhandlungsprozess in Durban teilnehmen, nicht zufrieden”, so die Kritik.

Die indigenen Völker erneuerten in Durban ihre Forderung, dass der Klimafonds von der COP17 kontrolliert werden solle, fordern aber auch, dass die Mittel durch Institutionen und Kanäle der Indigenen selbst verwaltet werden und bis zu den Basisgemeinden gelangen müssten. (bh)

Quelle: Adital