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Klimaforscher: "Zwei-Grad-Ziel" nur noch theoretisch erreichbar

Das sogenannte "Zwei-Grad-Ziel" ist nach neusten Erkenntnissen von Klimaforschern nur noch theoretisch erreichbar. Misslinge die Nachfolgekonferenz des UN-"Erdgipfels" von 1992, "Rio+20" im Juni 2012, blieben die notwendigen Änderungen zur Abbremsung des Klimawandels aus, sagte der Kieler Klimaforscher Mojib Latif am Dienstag in Hamburg. Es gebe nur noch ein kleines Zeitfenster von einigen wenigen Jahrzehnten, die Kehrtwende zu schaffen. "Rio+20 muss ein Neuanfang werden. Sonst drohen unkalkulierbare Risiken wie eine starke Zunahme von Wetterextremen, sagte Latif.

Das Scheitern der Klimagipfel der letzten Jahre sei ein schwerer Rückschlag, so der Klimaforscher. "20 Jahre nach der Klimarahmenkonvention von Rio de Janeiro steht die internationale Klimapolitik vor einem Scherbenhaufen." Er äußerte sich beim 7. "ExtremWetterKongress" (EWK), bei dem bis Freitag rund 1.500 Teilnehmer aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Medien tagen.

Weiter sagte Latif, dass es seit 1998 keinen Rekord der Erdtemperatur mehr gegeben habe, führe immer wieder zu Diskussionen darüber, ob der Mensch tatsächlich Einfluss auf das Klima hat. "Betrachtet man jedoch die gesamte Entwicklung, kann man den offensichtlichen Zusammenhang des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) mit der Temperatur des Planeten nicht übersehen." Das vergangene Jahrzehnt sei das wärmste seit Beginn der flächendeckenden instrumentellen Messungen gewesen. Der weltweite Kohlendioxidausstoß sei seit 1990 um gut 40 Prozent gestiegen. Es gebe keinen Grund, die Klimaerwärmung zu verharmlosen, so der Wissenschaftler.

Quelle: KNA