Bolivien |

Klage für Mitbestimmung

Der Indigenendachverband CONAMAQ hat am Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte (CIDH) Klage gegen den bolivianischen Staat eingereicht. Der Kupferabbau in der Mine Corocoro durch die staatliche Bergbaugesellschaft COMEBOL verstoße gegen das in der neuen Verfassung von 2009 garantierte Konsultationspflicht indigener Völker, begründet Rafael Quispe, Mallku der CONAMAQ-Arbeitsgruppe für extraktive Industrien, die Klage vor dem Gericht der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS). Die Indigenen vor Ort seien nicht in die Planungen des neuen Förderkomplexes einbezogen worden.

»Wenn Bruder Evo und der Staat seine Versprechungen nicht hält, dann muss der CIDH eine Strafe verhängen«, so Quispe am Mittwoch gegenüber Radio Erbol. Der Gerichtshof habe die Klage bereits akzeptiert, versicherte der Indigenen-Funktionär.

COMEBOL wird in Corocoro im Süden des Departamento La Paz massive Umweltverschmutzung vorgeworfen. Deren Geschäftsführer Hugo Miranda erwartet jetzt Beweise. Sein Unternehmen halte sich »an alle Auflagen«. Die Klage von CONAMAQ sei »ihr gutes Recht«, erklärte Miranda gestern lokalen Medien. (bb)