Argentinien |

Kirchner verharmlost Armut

Die Hilfsorganisation Caritas Argentinien wirft Staatspräsidentin Cristina Kirchner vor, die soziale Realität im Land zu verharmlosen. Der Caritas-Vorsitzende, Bischof Oscar Vicente Ojea Quintana (65) von San Isidro reagierte damit am Mittwoch (Ortszeit) auf Kirchners Äußerungen über die Lage in Haiti. Die linksgerichtete Regierungschefin hatte am Dienstag bei der Einweihung eines Krankenhauses erklärt, wenn jemand über Armut sprechen wolle, würde sie ihn gerne nach Haiti einladen. Dort gebe es eine "wahre Krise", so Kirchner.

Die Situation in Haiti sei schrecklich, erklärte Ojea. Das dürfe aber nicht als Vorwand dienen, die eigenen Missstände zu verdrängen. Argentinien gehöre zu den Ländern mit der größten sozialen Ungleichheit in Lateinamerika, zitiert ihn die Tageszeitung "Clarin" (Online-Ausgabe). "Wir reden viel über Armut, aber wir sind viel zu wenig bei den Armen", so der Bischof.

Quelle: KNA