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Kirchlicher Aufruf nach Massaker in Guatemala: „Das Böse mit dem Guten besiegen“

Nach dem Massaker an 27 Landarbeitern am 15. Mai 2011 im Departement Petén im Norden Guatemalas hat das apostolische Vikariat Petén in einem Schreiben die Behörden dazu aufgerufen, die Hintergründe des Verbrechens aufzuklären und die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen. Gleichzeitig warnte das Vikariat davor, überstürzte und populistische Lösungen in Erwägung zu ziehen. Einige Politiker hatten die Todesstrafe ins Gespräch gebracht, andere eine Militarisierung des Drogenkonflikts - ähnlich wie im Nachbarland Mexiko - in Betracht gezogen.

Die Gewalt sei tief in der Geschichte Guatemalas verwurzelt, hier müsse man ansetzen und die Ursachen der Gewalt beheben, heißt es in der Mitteilung. Korruption und organisierte Kriminalität müssten entschiedener bekämpft und die weitverbreitete Straffreiheit ein Ende haben. Politische Parteien und Zivilgesellschaft müssten gemeinsam langfristige und tragfähige Lösungen zur Bekämpfung von Drogenhandel und Gewalt suchen.

Weiße Schleifen als Hoffnungssignal

Das Vikariat rief die Gläubigen, die staatlichen Stellen und „alle Männer und Frauen guten Willens“ dazu auf, eine neue Gesellschaft der Brüderlichkeit, der Gerechtigkeit und des Friedens aufzubauen. Das Schreiben zitierte aus dem Paulus-Brief an die Römer: „Lasse dich nicht vom Bösen besiegen: besiege das Böse mit dem Guten.“ Als Zeichen der Ablehnung der Gewalt und der Hoffnung auf den Sieg des Guten solle jeder an seiner Kleidung, seinem Auto oder am Fenster seines Hauses eine weiße Schleife oder ein weißes Band befestigen. (bs/vh)

Informationen über das Massaker im Petén finden Sie auf blickpunkt-lateinamerika.de.