Kolumbien |

Kirche will Verhandlungslösung

Kolumbiens Bischöfe setzen trotz der jüngsten militärischen Erfolge der Regierung von Staatspräsident Juan Manuel Santos im Kampf gegen die marxistische Rebellenorganisation Farc auf eine Verhandlungslösung. Der Vorsitzende der kolumbianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Ruben Salazar, rief in einer direkt an das nationale Kabinett gerichteten Botschaft die Politik dazu auf, stets "Räume für eine Verhandlungslösung" offen zu lassen. "Der Krieg ist nie die Lösung für diese Probleme", sagte Salazar. "Es bringt nur weiteren Schmerz und Tod." Die Farc rief Salazar dazu auf, mit einer unilateralen Geste des guten Willens wie der bedinungslosen Freilassung aller Geiseln den Weg zu einer friedlichen Lösung zu ebnen.

Staatspräsident Juan Manuel Santos wertete den Militärschlag gegen Terrorchef der Farc-Rebellen, Jorge Briceño, als entscheidene Schwächung der von der EU und den USA als Terror-Organisation eingestuften Guerilla-Orgabnisation. "Das ist der Anfang vom Ende der Farc", sagte Santos bei der Besichtung des Schauplatzes der Militäraktion, bei der Briceño sowie rund zwei Dutzend weitere Rebellen getötet wurden. Santos: "Dieser Tod bedeutet einen Wendepunkt für die Farc".

Oppositionspolitikerin Cordoba darf keine Ämter mehr ausüben

Am Montag wurde der Oppositionspolitikerin Piedad Cordoba von der Justiz-Verwaltung das Abgeordnetenmandat entzogen. Darüber hinaus darf die als scharfe Kritikerin der von Santos als auch dessen Vorgänger Alvaro Uribe praktizierte Politik der "demokratischen Sicherheit" 18 Jahre lang keine politischen Ämter mehr ausüben. Der liberale Senatorin, die sich zuletzt gemeinsam mit der katholischen Kirche für Freilassung von Farc-Geiseln eingesetzt hat, wird seitens der Justiz eine Kooperation mit den Rebellen und Landesverrat vorgeworfen. Cordoba weist die Vorwürfe vehement zurück: "Sie entbehren jeder Grundlage - weder moralisch noch politisch", so die Mit-Initiatorin der Bewegung "Kolumbianer für den Frieden." Unterstützung erhielt Cordoba am Montag von Venezuelas Staatspräsident Hugo Chavez: "Diese Frau hat ihr Leben riskiert und so viele Tränen gesehen. Das ist eine Infamie." Auch zahlreiche Ex-Geiseln äußerten ihr Unverständnis für die Entscheidung und baten Cordoba ihr Engagement fortzusetzen. (tk)