Haiti |

Kirche warnt vor politisierter Gewalt im Land

Die katholische Kirche in Haiti beklagt eine anhaltend hohe Gewalt in Port-au-Prince. In den Monaten Juli bis September wurden in der Hauptstadtregion 284 Menschen getötet, die meisten durch Schusswaffen, wie haitianische Onlinemedien am Freitag, 15. November (Ortszeit), unter Berufung auf den jüngsten Bericht der Menschenrechtskommission der Haitianischen Bischofskonferenz meldeten. Zunehmend seien politische Spannungen im Land für Morde verantwortlich.

Der Kommission lägen Informationen vor, nach denen es in den Armenvierteln von Port-au-Prince zu einer politisch motivierten Bewaffnung der Bevölkerung komme. Zudem beklagte die Kirche laut den Berichten eine fehlende Unabhängigkeit der Justiz. Die meisten Richter würden nicht regulär ernannt und seien Instrumente der regierenden Politiker, so die bischöfliche Kommission "Justice et paix".

Seit Wochen mehren sich in Haiti Proteste gegen Staatschef Michel Martelly. Dessen Regierung wird von Kritikern für die anhaltende Armut in dem Karibikstaat verantwortlich gemacht. Bei Demonstrationen kam es wiederholt zu Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern des Präsidenten sowie der Polizei. Im Januar sollen Senats- und Regionalwahlen stattfinden. Martelly hatte den Termin zuvor mehrfach verschoben.

Haiti zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Bei einem Erdbeben im Januar 2010 kamen mehr als 200.000 Menschen ums Leben, mehr als eine Million wurden obdachlos. Bis heute leben viele in Notunterkünften.

Quelle: KNA