Kolumbien |

Kirche und FARC nehmen ­Gespräche wieder auf

Die katholische Kirche in Kolumbien hat im Mai den Dialog mit den links­orientierten Rebellenorganisationen ELN und FARC wieder aufgenommen. Kurienkardinal Darío Castrillón Hoyos bestätigte in einem Radiointerview, nach einigen Telefongesprächen mit Vertretern der Guerrilla habe er »einen Willen zur öffnung« erkannt, um Lösungen im bewaffneten Konflikt des Landes zu finden: »Wir haben als Kolumbianer und als Christen miteinander gesprochen.« Nun hoffe die Kirche auf einen ehrlichen, konkreten und tiefgreifenden Dialog, um die Chance für den Frieden in Kolumbien voranzubringen.

Der Dialog zwischen der Kirche und den Rebellen geriet vor über einem Jahr ins Stocken, als die Guerrilla den kolumbianischen Bischöfen vorwarf, zu sehr die Positionen der kolumbianischen Regierung zu vertreten. Die Guerrillaorganisationen FARC und ELN haben nach Angaben verschiedener Menschenrechtsorganisationen rund 1.000 Geiseln in ihrer Gewalt, um politische Forderungen durchzusetzen und Lösegelder zu erpressen.

Bereits im April hatte die katholische Kirche die Regierung zu einer Wiederaufnahme des Dialoges mit der Guerrillaorganisation FARC aufgerufen. In einem ausführlichen Interview mit der Tageszeitung »El Tiempo« hatte der Vorsitzende der Kolumbianischen Bischofskonferenz, Rubén Salazar, erklärt: »Man muss mit der Guerrilla sprechen.«

Der Konflikt kann nicht militärisch gelöst werden. Wenn man wirklich dieses Problem lösen will, dann muss die Tür zum politischen Dialog geöffnet werden.« Zugleich hatte Salazar, Erzbischof von Barranquilla, eine neue Initiative der »Kommission der nationalen Versöhnung« angekündigt, um alle Gesellschaftsgruppen an einen Tisch zu bringen. Ein Dialog zwischen der Guerrilla und der Regierung reiche nicht aus, um einen dauerhaften und soliden Frieden zu erzielen, die gesamte kolumbianische Gesellschaft müsse in die Friedensfindung und die Gespräche mit eingebunden werden.