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Kirche stellt sich hinter Demonstranten im Süden Chiles

Bei den seit Tagen andauernden Protesten im Süden Chiles erhalten die Demonstranten nun Rückendeckung aus der Kirche. Der für die Region Aysen zuständige katholische Bischof Luigi Infanti della Mora kritisierte in einem Gespräch mit dem Sender Radio Cooperativa am Dienstag (Ortszeit), die Regierung schenke dem abgelegenen Landstrich im chilenischen Teil von Patagonien nicht genügend Aufmerksamkeit.

Die Regierung von Staatspräsident Sebastian Pinera entsandte in dieser Woche Energie-Minister Rodrigo Alvarez zu Verhandlungen mit den Demonstranten. Diese werfen der Regierung vor, dass der Preis für Benzin in der Provinz Aysen deutlich höher sei als in anderen Teilen des Landes. Einige von ihnen fordern eine Abspaltung der Region von Chile und eine Integration in argentinisches Staatsgebiet. Im Laufe der Proteste wurden zahlreiche Menschen verletzt.

Die Region Aysen umfasst Teile des nördlichen Patagonien. Auf einer Gesamtfläche von rund 108.000 Quadratkilometern leben nur circa 91.000 Einwohner. Zu den Haupteinnahmequellen gehört der Tourismus. Das abgelegene Aysen ist von riesigen vergletscherten Gebieten, Fjorden und zahllosen Inseln durchzogen.