Bolivien |

Kirche ruft Konfliktparteien dringend zum Dialog auf

Die katholische Kirche in Bolivien hat die Konfliktparteien in der Debatte um den Bau einer Autobahn durch den auf indigenem Terrain befindlichen Naturschutzpark TIPNIS (Territorio Indígena y Parque Nacional Isiboro Sécure) zum "dringenden Dialog" aufgerufen. Der Generalsekretär der bolivianischen Bischofskonferenz (CEB), Bischof Oscar Aparicio, bot zugleich die Vermittlungsdienste der katholischen Kirche an: Wir werden als Kirche stets zur Verfügung stehen." Der pazifistische Protestmarsch der indigenen Demonstranten sei durch die bolivianische Verfassung gedeckt, erklärte Aparicio weiter, der zudem eine objektive Berichterstattung in den Medien forderte.

Unterdessen leistete das kirchliche Hilfswerk Caritas humanitäre Hilfe für die geschwächten Demonstranten. Caritas lieferte nach eigenen Angaben 40 Zentner Reis, 10 Zentner Zucker, öl, 15 Zentner Nudeln, Salz, Kaffee und Backwaren.

Vor über einem Monat hatten die Ureinwohner ihren Protestmarsch nach La Paz in Trinidad im Zentrum des Landes begonnen. An ihm beteiligten sich zeitweise rund 1500 Menschen.

Die von der Regierung geplante Nord-Süd-Trasse ist gut 300 Kilometer lang und soll die Anbindung Boliviens ans benachbarte Brasilien verbessern und führt unter anderem den Nationalpark Isiboro Secure gehen, in dem etwa 50.000 Indigene verschiedener Völker leben.

Boliviens Staatspräsident Evo Morales warf den Demonstranten vor, ihr Protest sei politisch motiviert und von den USA finanziert. Die Demonstranten weisen die Vorwürfe vehement zurück und begründen ihren Protest mit der Angst vor einem stärker werdenden Einfluss der Drogenmafia und einer Zerstörung der Umwelt in der Region. Beide Seiten werfen sich zudem vor, für einen konstruktiven Dialog nicht zur Verfügung zu stehen. (TK)